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Buchkritik -- Mark Dawson -- Das Erbe

Umschlagfoto, Buchkritik, Mark Dawson, Das Erbe, InKulturA Die Echos der Vergangenheit: Mark Dawsons meisterhafte Verknüpfung von Gier und Geschichte

In „Das Erbe“, dem fünften und bisher besten Band seiner Atticus-Priest-Reihe, beweist Mark Dawson einmal mehr seine Meisterschaft, historische Rätsel mit zeitgenössischen Verbrechen zu einem fesselnden Ganzen zu verweben. Der Roman beginnt mit einem makabren Fund: drei Leichen, die über 200 Jahre alt zu sein scheinen. Gleichzeitig verschwindet das Oberhaupt einer reichen Landbesitzer-Dynastie, just in dem Moment, als er sein Testament zugunsten eines Treuhandfonds ändern will, eine Entscheidung, die seine auf ein opulentes Erbe spekulierenden Kinder empfindlich treffen würde.

Atticus Priest, der brillante, aber unkonventionelle Ermittler, erkennt schnell, dass die Wahrheit selten an der Oberfläche liegt. Während die Polizei in andere Richtungen ermittelt, beginnt Atticus, die subtilen Verbindungen zwischen dem historischen Leichenfund und der modernen Gier zu entwirren. Als kurz darauf der älteste Sohn und designierte Verwalter des Fonds ermordet wird, verdichtet sich sein Verdacht, dass die Echos der Vergangenheit lauter sind, als irgendjemand ahnt. Die Ermittlungen führen ihn unweigerlich auf Kollisionskurs mit seinem Erzfeind, dem Drogenboss Alexander Freeman, und entfesseln ein Netz aus Intrigen und überraschenden Wendungen.

Dawson gelingt es auf beeindruckende Weise, die 200 Jahre alte Geschichte mit hochaktuellen Themen zu verknüpfen. Der Roman ist nicht nur ein spannender Kriminalfall, sondern auch eine scharfsinnige Auseinandersetzung mit den Problemen der britischen Landwirtschaft und den Konflikten, die durch die Umwandlung von Ackerland in Solarparks entstehen. Diese beiden Handlungsstränge werden nicht nur parallel erzählt, sondern kunstvoll zu einer einzigen, kohärenten Erzählung verwoben, die den Leser von der ersten bis zur letzten Seite fesselt.

„Das Erbe“ hebt die Atticus-Priest-Reihe auf ein neues Niveau. Es ist ein raffiniert geschriebener, intelligenter und zutiefst befriedigender Roman, der beweist, dass die besten Geschichten jene sind, die uns zeigen, wie untrennbar die Gegenwart mit der Vergangenheit verbunden ist.




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Veröffentlicht am 7. Februar 2026